Mann
und Frau als Vertreter zweier dialektischer Prinzipien sind das
Hauptthema der Objekte und Malerei des Karlsruher Künstlers Michael
Kramer (Jahrgang 1942). Zu
Traumgebilden verschlüsselt begegnen sich die beiden Prinzipien in sehr
erotischen und gleichzeitig fragmentarischen, surrealen oder
metaphysischen Seinszuständen. Verwirrend
skurril und in der Überzeichnung auch komisch wirken die androgynen
Wesen, die sich in der Graphik, der Malerei, der Plastik und auch in der
Keramik in überwiegend dynamischen Kompositionen präsentieren.
Michael
Kramer studierte in den Sechziger Jahren an der Karlsruher Akademie bei
Heinrich Klumbies und Horst Antes.
Letztgenannter unterstützte nicht nur sein figürliches
Arbeiten, sondern gab ihm auch wichtige künstlerische Impulse.
Die deformierte entwirklichte Figur entwickelte Michael Kramer
kontinuierlich weiter, seit 1992 auch im Zusammenhang mit Keramik, die
er selbst modelliert oder nach seinen Bedürfnissen verfertigen lässt
und bemalt.
Große
Scheiben mit gewollten Fehlstellen sind die jüngsten keramischen
Arbeiten, die in einem technisch sehr aufwendigen und von Kramer selbst
entwickelten Verfahren bemalt werden und in mehreren Arbeitsgängen
gebrannt werden müssen. Virtuos
inszeniert der Künstler hier, wie auch bei vielen anderen in der
Ausstellung gezeigten Objekten und Bildern, ein scheinbar unübersehbares
Chaos von Figuren zu einer höchst ästhetischen Komposition, die darüber
hinaus dem Betrachter Rätsel aus dem Bereich des Traumes und der
Tiefenpsychologie aufgibt.
Daniela
Wagner, MA.
Museum
Schloss Ettlingen