Galerie

Rote Figur
1991
Gynäkologen-
tango 1998
Monstranz
1998
Froschkönig
1992-93
Ikarus
 1990

Objekt mit Wundmalen 1998
Begegnung
1998
Zwerg Nase 
(Mond) 1992
Zwerg Nase (Schnupfen) 1992

Mann und Frau als Vertreter zweier dialektischer Prinzipien sind das Hauptthema der Objekte und Malerei des Karlsruher Künstlers Michael Kramer (Jahrgang 1942).  Zu Traumgebilden verschlüsselt begegnen sich die beiden Prinzipien in sehr erotischen und gleichzeitig fragmentarischen, surrealen oder metaphysischen Seinszuständen.  Verwirrend skurril und in der Überzeichnung auch komisch wirken die androgynen Wesen, die sich in der Graphik, der Malerei, der Plastik und auch in der Keramik in überwiegend dynamischen Kompositionen präsentieren.

Michael Kramer studierte in den Sechziger Jahren an der Karlsruher Akademie bei Heinrich Klumbies und Horst Antes.  Letztgenannter unterstützte nicht nur sein figürliches Arbeiten, sondern gab ihm auch wichtige künstlerische Impulse.  Die deformierte entwirklichte Figur entwickelte Michael Kramer kontinuierlich weiter, seit 1992 auch im Zusammenhang mit Keramik, die er selbst modelliert oder nach seinen Bedürfnissen verfertigen lässt und bemalt.

Große Scheiben mit gewollten Fehlstellen sind die jüngsten keramischen Arbeiten, die in einem technisch sehr aufwendigen und von Kramer selbst entwickelten Verfahren bemalt werden und in mehreren Arbeitsgängen gebrannt werden müssen.  Virtuos inszeniert der Künstler hier, wie auch bei vielen anderen in der Ausstellung gezeigten Objekten und Bildern, ein scheinbar unübersehbares Chaos von Figuren zu einer höchst ästhetischen Komposition, die darüber hinaus dem Betrachter Rätsel aus dem Bereich des Traumes und der Tiefenpsychologie aufgibt.

Daniela Wagner, MA.

Museum Schloss Ettlingen